Ofen


Ofen

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Ofen ['o:fn̩], der; -s, Öfen ['ø:fn̩]:
a) Vorrichtung zum Heizen eines Raumes mithilfe brennbaren Materials wie Holz, Kohlen, Öl:
ein großer, eiserner, gekachelter Ofen; der Ofen glüht, brennt schlecht, ist ausgegangen; den Ofen anmachen, anzünden.
Syn.: Heizung.
Zus.: Kohlenofen, Ölofen.
b) Teil des Herdes zum Backen von Kuchen o. Ä.:
den Kuchen aus dem Ofen holen.
Syn.: Backofen.

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Ofen 〈m. 4u
1. Vorrichtung, Anlage zum Heizen, Kochen od. Backen (Back\Ofen, Küchen\Ofen, Zimmer\Ofen, Kachel\Ofen)
2. 〈Tech.〉 Vorrichtung zum Schmelzen von Metallen (Hoch\Ofen, Schmelz\Ofen)
● den \Ofen heizen; einen \Ofen setzen, umsetzen (lassen) ● eiserner, transportabler \Ofen; ein heißer \Ofen 〈umg.〉 ein schweres Motorrad, ein schnelles Autoam warmen \Ofen sitzen; jetzt ist der \Ofen aus! 〈fig.; umg.〉 jetzt ist es vorbei, ist es schief gegangen; damit kannst du keinen Hund hinterm \Ofen hervorlocken 〈fig.; umg.〉 das ist völlig uninteressant, damit erreichst du gar nichts; hinter dem \Ofen hocken 〈fig.〉 zu viel zu Hause sein, ein Stubenhocker sein; Holz, Kohlen im \Ofen nachlegen; einen Kuchen in den \Ofen schieben [<ahd. ovan, engl. oven, got. auhns; urspr. „Gefäß zum Kochen“ (gemäß der altertüml. Form des Ofens) <idg. *uku(h)no- „Kochtopf, Glutpfanne“]

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Ofen , der; -s, Öfen [mhd. oven, ahd. ovan, urspr. = Kochtopf; Glutpfanne u. Bez. für ein Gefäß zum Kochen bzw. zum Bewahren der Glut]:
1. aus Metall od. feuerfesten keramischen Baustoffen gefertigte Vorrichtung mit einer Feuerung (1 b), in der durch Verbrennung von festen, flüssigen od. gasförmigen Brennstoffen od. durch elektrischen Strom Wärme erzeugt wird, die zum Heizen, Kochen od. Backen dient:
ein großer, eiserner, gekachelter O.;
den O. heizen, putzen;
den O. schüren, anzünden, anmachen;
Ü sie hockt immer hinter dem O. (bleibt immer zu Hause, geht nie aus);
der O. ist aus (salopp; damit ist Schluss; das ist vorbei, da ist nichts mehr zu machen: jetzt ist bei mir der O. aus);
mit etw. jmdn./keinen hinter dem O. hervorlocken [können] (ugs.; mit etw. jemandes/niemandes Interesse wecken [können], jmdm./niemandem einen Anreiz bieten [können]).
2. (Jargon) Auto, Motorrad:
was für einen O. hast du denn?;
heißer O. (salopp: 1. Personenwagen mit sehr leistungsstarkem Motor. 2. [schweres] Motorrad. 3. weibliche Person von besonderer Attraktivität).
3. (landsch.) Kochherd:
den Topf vom O. nehmen.

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I
Ofen
 
[althochdeutsch ovan, eigentlich »Kochtopf«, »Glutpfanne«], Wärmeerzeuger in Form eines von Wänden umschlossenen Ofenraumes, dessen Wärme zur Heizung, zur Lebensmittelzubereitung (z. B. Backofen) oder bei den Industrieöfen zum Schmelzen, Sintern, Brennen, zu chemischen Umsetzungen u. a. ausgenutzt wird.
 
 
Urform des Ofens ist der aus Zweigen und Lehm geformte Backofen, der neben einer offenen Herdstelle schon in der Jungsteinzeit vorkommt. Der massive Lehmofen hat in Ost- und Südosteuropa seine stärkste Durchbildung erfahren. Eine wesentliche Weiterentwicklung des Ofens ist der Kachelofen. Der Eisenofen mit gusseisernen Ofenplatten ist seit der Mitte des 14. Jahrhunderts in Süddeutschland bekannt. Zum Bestandteil der Raumausstattung wurde der Fayenceofen des 18. Jahrhunderts; technische Verbesserungen zur Ausnutzung der Wärme der Verbrennungsgase brachten z. B. längere Ofenrohre und der Einbau von Zügen, z. B. beim Schneckenofen spiralförmig geführt. 1877 kam von Irland der Dauerbrandofen auf den Kontinent, ein Ofentyp mit Brennschacht wurde in den USA seit 1820 verwendet.
 
II
Ofen
 
[nach den »Kalkbrenneröfen« von Buda], deutsch Name von Buda, dem Westteil von Budapest.
 
III
Ofen,
 
Astronomie: Kurzbezeichnung für das Sternbild Chemischer Ofen.
 

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Ofen, der; -s, Öfen [mhd. oven, ahd. ovan, urspr. = Kochtopf; Glutpfanne u. Bez. für ein Gefäß zum Kochen bzw. zum Bewahren der Glut]: 1. aus Metall od. feuerfesten keramischen Baustoffen gefertigte Vorrichtung mit einer ↑Feuerung (1 b), in der durch Verbrennung von festen, flüssigen od. gasförmigen Brennstoffen od. durch elektrischen Strom Wärme erzeugt wird, die zum Heizen, Kochen od. Backen dient: ein großer, eiserner, gekachelter O.; der O. glüht, brennt schlecht, zieht [gut, schlecht], raucht, ist ausgegangen, brennt nicht mehr, ist kalt; den O. heizen, putzen; den O. schüren, anzünden, anmachen; Abfälle in den O. werfen; Ü sie hockt immer hinter dem O. (bleibt immer zu Hause, geht nie aus); 2. (Jargon) Auto, Motorrad: was für einen O. hast du denn?; Nicht umsonst sagen die meisten Motorradfahrer, die zu Hause ihren eigenen O. haben: „Verleihen - meine Maschine? Nie!“ (Hamburger Morgenpost 27. 8. 85, 12); Der hat versucht, mit uns zu quatschen, als wir da vor seinem schönen Haus auf unsern Öfen hockten (Degener, Heimsuchung 13); *ein heißer O. (salopp; 1. Personenwagen mit sehr leistungsstarkem Motor. 2. [schweres] Motorrad; Moped: Beifall, als sich Strauß für die Fotografen auf den „heißen O.“ setzte und Tochter Monika erklärte, wie man Gas gibt [Welt 3. 9. 85, 3]. 3. weibliche Person von besonderer Attraktivität ); der O. ist aus (salopp; damit ist Schluss; das ist vorbei, da ist nichts mehr zu machen): wenn sie uns erwischen, ist der O. aus; Mein Vater hat es irgendwann rausgekriegt ..., und dann war der O. aus (Frings, Männer 286); jetzt ist bei mir der O. aus. 3. (landsch.) Kochherd: einen Kessel, Topf auf den O. stellen, vom O. nehmen.

Universal-Lexikon. 2012.

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